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Geräusche im Ohr: Pfeifen, Rauschen, Brummen oder Tinnitus?

Ein Pfeifen. Ein Rauschen. Ein leises Summen. Ein hoher Ton. Oder ein tiefes Brummen, das scheinbar aus dem eigenen Ohr kommt.

Geräusche im Ohr können völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Manche treten nur für wenige Sekunden auf. Andere kehren regelmäßig zurück oder bleiben dauerhaft bestehen.

Schnell stellt sich deshalb die Frage:

Ist das schon Tinnitus?

Grundsätzlich bezeichnet Tinnitus die Wahrnehmung eines Geräusches, für das keine entsprechende äußere Schallquelle vorhanden ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes kurze Geräusch im Ohr automatisch auf einen chronischen Tinnitus hinweist.

Entscheidend sind unter anderem Art, Dauer und Begleitsymptome des Ohrgeräusches.

Ein kurzes Piepen nach einer Lärmbelastung ist beispielsweise anders einzuordnen als ein seit Monaten bestehender Pfeifton. Ein pulsierendes Geräusch im Rhythmus des Herzschlags unterscheidet sich wiederum von einem konstanten Rauschen.

Dieser Artikel hilft dir deshalb zunächst dabei, die verschiedenen Ohrgeräusche besser einzuordnen.

Wenn dein Ohrgeräusch bereits länger besteht und du wissen möchtest, welche Möglichkeiten es für den Umgang damit gibt, findest du in unserem großen Ratgeber eine Übersicht: Was hilft bei Tinnitus und anhaltenden Ohrgeräuschen?

Welche Geräusche im Ohr können auftreten?

Tinnitus wird häufig einfach mit „Ohrensausen“ gleichgesetzt.

In Wirklichkeit können Menschen sehr unterschiedliche Geräusche wahrnehmen.

Typisch beschrieben werden unter anderem:

Pfeifen, Piepen, Rauschen, Brummen, Summen, Zischen, Fiepen, Klicken oder pulsierende Geräusche.

Auch mehrere Geräusche gleichzeitig sind möglich.

Das Ohrgeräusch kann sehr hoch oder tief klingen. Es kann gleichmäßig sein oder sich verändern. Manche Menschen nehmen es nur in einem Ohr wahr, andere in beiden Ohren oder scheinbar zentral im Kopf.

Auch die Lautstärke kann schwanken.

All diese Unterschiede zeigen:

Tinnitus ist kein bestimmter Ton.

Der Begriff beschreibt die Wahrnehmung eines Geräusches ohne entsprechende äußere Schallquelle.

Ist jedes Geräusch im Ohr Tinnitus?

Nein.

Ein Geräusch im Ohr kann verschiedene Ursachen haben.

Manche Geräusche stammen tatsächlich aus körperlichen Vorgängen. Andere können beispielsweise durch Veränderungen im Ohr, eine Blockade des Gehörgangs oder Erkrankungen entstehen.

Tinnitus bezeichnet dagegen typischerweise eine Geräuschwahrnehmung ohne entsprechende äußere Geräuschquelle.

Auch hier gibt es allerdings unterschiedliche Formen.

Der häufigste Tinnitus ist subjektiv. Das bedeutet, dass nur die betroffene Person das Geräusch wahrnimmt.

Daneben existieren seltenere Formen, bei denen körperliche Vorgänge ein Geräusch erzeugen können.

Besonders relevant ist beispielsweise ein pulssynchrones Geräusch, das scheinbar im Rhythmus des eigenen Herzschlags auftritt.

Dieses sollte medizinisch abgeklärt werden.

Pfeifen im Ohr

Ein hoher Pfeifton gehört zu den bekanntesten Tinnitus-Geräuschen.

Manche Menschen beschreiben ihn ähnlich wie einen konstanten elektronischen Ton. Bei anderen schwankt seine Frequenz oder Lautstärke.

Ein Pfeifen kann nur wenige Sekunden dauern und anschließend vollständig verschwinden.

Es kann allerdings auch regelmäßig auftreten oder dauerhaft bestehen bleiben.

Genau deshalb ist die Dauer entscheidend.

Ein einzelnes kurzzeitiges Pfeifen ist nicht automatisch mit einem chronischen Tinnitus gleichzusetzen.

Bleibt der Ton jedoch bestehen oder tritt häufig auf, sollte die Situation genauer betrachtet werden.

In unserem ausführlichen Artikel Pfeifen im Ohr: Ist es Tinnitus und was kann man dagegen tun? erklären wir die Unterschiede zwischen kurzfristigem Pfeifen und länger bestehenden Ohrgeräuschen genauer.

Piepen im Ohr

„Mein Ohr piept“ gehört ebenfalls zu den häufigsten Beschreibungen von Tinnitus.

Die Grenze zwischen Piepen und Pfeifen ist subjektiv.

Während manche einen sehr hohen, klaren Ton als Pfeifen bezeichnen, beschreiben andere denselben Klang als Piepen oder Fiepen.

Für die medizinische Einordnung ist die genaue Wortwahl meist weniger wichtig als andere Fragen.

Seit wann besteht das Geräusch?

Ist es plötzlich aufgetreten?

Hörst du gleichzeitig schlechter?

Ist nur ein Ohr betroffen?

Gibt es weitere Beschwerden?

Ein neu aufgetretenes, anhaltendes oder deutlich verändertes Piepen sollte nicht ausschließlich anhand seiner Tonhöhe beurteilt werden.

Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber Piepen im Ohr: Ursachen, Warnzeichen und was du tun kannst.

Rauschen im Ohr

Nicht jeder Tinnitus klingt wie ein Ton.

Viele Menschen beschreiben stattdessen ein Rauschen im Ohr.

Das kann sich beispielsweise wie Meeresrauschen, Wind, ein Radio ohne Empfang oder ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch anhören.

Auch hier gilt:

Die Klangbeschreibung allein erlaubt noch keine Diagnose.

Ein Rauschen kann kurzfristig auftreten oder länger bestehen. Es kann auf einer oder auf beiden Seiten wahrgenommen werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn das Rauschen rhythmisch im Takt des Herzschlags auftritt.

Ein solches pulssynchrones Geräusch sollte medizinisch abgeklärt werden.

Wenn dein Hauptsymptom ein Rauschen ist, findest du weitere Informationen in unserem vertiefenden Artikel zum Thema Rauschen im Ohr.

Ohrensausen

Der Begriff Ohrensausen wird im Alltag sehr breit verwendet.

Manche Menschen meinen damit ein Rauschen.

Andere beschreiben damit ein Pfeifen, Piepen oder allgemeines Druck- und Geräuschempfinden im Ohr.

Medizinisch ist „Ohrensausen“ deshalb keine besonders genaue Beschreibung.

Trotzdem ist der Begriff wichtig, weil viele Menschen genau danach suchen, wenn zum ersten Mal ein ungewöhnliches Geräusch im Ohr auftritt.

Ob hinter dem Ohrensausen ein Tinnitus oder eine andere Ursache steckt, hängt wiederum von der individuellen Situation ab.

Unser ausführlicher Artikel zum Thema Ohrensausen geht genauer darauf ein.

Brummen im Ohr

Ein Tinnitus muss nicht hoch klingen.

Manche Menschen hören ein tiefes Brummen.

Teilweise wird dieses Geräusch mit einem laufenden Motor, einem entfernten technischen Gerät oder einem tiefen Summton verglichen.

Gerade bei tiefen Geräuschen entsteht zunächst häufig Unsicherheit darüber, ob das Geräusch tatsächlich aus dem eigenen Ohr stammt.

Das ist nachvollziehbar.

Tieffrequente Geräusche aus Heizungsanlagen, elektrischen Geräten, Lüftungen oder der Umgebung können manchmal schwer zu lokalisieren sein.

Wenn du nicht sicher bist, ob eine externe Geräuschquelle vorhanden ist, lohnt es sich deshalb zunächst, diese Möglichkeit zu prüfen.

Bleibt das Brummen unabhängig von der Umgebung bestehen, kann auch ein Ohrgeräusch beziehungsweise Tinnitus infrage kommen.

Summen im Ohr

Auch ein Summen gehört zu möglichen Formen von Tinnitus.

Es kann hoch oder tief sein und entweder konstant auftreten oder schwanken.

Ähnlich wie beim Brummen solltest du zunächst ausschließen, dass tatsächlich eine äußere Quelle vorhanden ist.

Bei einem länger bestehenden Summen gelten anschließend dieselben grundlegenden Fragen wie bei anderen Ohrgeräuschen:

Seit wann besteht es?

Ist nur ein Ohr betroffen?

Gibt es gleichzeitig eine Hörveränderung?

Ist das Summen konstant oder rhythmisch?

Bestehen Schwindel, Schmerzen oder andere Begleitsymptome?

Zischen oder Fiepen im Ohr

Zischen und Fiepen liegen klanglich häufig zwischen Rauschen und Pfeifen.

Manche Betroffene können ihr Ohrgeräusch deshalb gar nicht eindeutig einer Kategorie zuordnen.

Das ist nicht ungewöhnlich.

Tinnitus-Geräusche müssen keiner klaren akustischen Definition folgen.

Sie können sich außerdem verändern.

Ein Ton kann an manchen Tagen heller wirken, an anderen dumpfer. Manche Menschen nehmen zeitweise mehrere Frequenzen oder unterschiedliche Geräusche gleichzeitig wahr.

Diese Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass sich eine Erkrankung verschlechtert hat.

Bei deutlichen oder anhaltenden Veränderungen ist eine medizinische Einordnung dennoch sinnvoll.

Klicken oder Knacken im Ohr

Nicht jedes Knacken oder Klicken ist ein typischer Tinnitus.

Geräusche können beispielsweise auch bei Bewegungen des Kiefers, beim Schlucken oder durch Vorgänge im Bereich des Mittelohrs wahrgenommen werden.

Ein gelegentliches Knacken beim Druckausgleich ist deshalb etwas anderes als ein dauerhaftes subjektives Ohrgeräusch.

Tritt ein ungewöhnliches Klicken regelmäßig auf oder bestehen gleichzeitig Schmerzen, Hörveränderungen oder andere Beschwerden, sollte die Ursache fachlich abgeklärt werden.

Pulsierendes Geräusch im Ohr

Ein Sonderfall ist ein Ohrgeräusch, das im Rhythmus des Herzschlags auftritt.

Viele Betroffene beschreiben es als:

Pochen.

Pulsieren.

Rauschen.

Oder ein rhythmisches „Wusch-Wusch“.

Hier sollte nicht einfach davon ausgegangen werden, dass es sich um einen gewöhnlichen subjektiven Tinnitus handelt.

Pulssynchroner Tinnitus kann mit Veränderungen des Blutflusses oder der Blutgefäße zusammenhängen.

Ein anhaltendes pulsierendes Ohrgeräusch sollte deshalb medizinisch abgeklärt werden.

Geräusche nur auf einem Ohr

Ohrgeräusche können auf einer oder beiden Seiten auftreten.

Ein kurzes einseitiges Piepen ist nicht automatisch ein Warnsignal.

Besteht der Tinnitus allerdings dauerhaft nur auf einem Ohr, sollte das medizinisch beurteilt werden.

Besonders wichtig wird die Abklärung, wenn gleichzeitig das Hörvermögen auf dieser Seite verändert ist.

Auch hier geht es nicht darum, automatisch eine ernsthafte Ursache anzunehmen.

Ein anhaltender einseitiger Tinnitus gehört lediglich zu den Situationen, bei denen eine gezieltere Untersuchung sinnvoll sein kann.

Geräusche in beiden Ohren

Viele Menschen nehmen Tinnitus auf beiden Seiten wahr.

Das kann beispielsweise mit Veränderungen des Hörvermögens zusammenhängen.

Manchmal lässt sich gar nicht eindeutig sagen, ob der Ton tatsächlich aus beiden Ohren oder eher „im Kopf“ wahrgenommen wird.

Auch das ist bei subjektivem Tinnitus möglich.

Die wahrgenommene Position des Geräusches liefert allein deshalb noch keine eindeutige Erklärung für seine Ursache.

Geräusche im Ohr nach Lärm

Ein häufiger Zeitpunkt für das erste bewusste Wahrnehmen von Ohrgeräuschen ist nach starker Lärmbelastung.

Nach einem Konzert oder einer sehr lauten Veranstaltung kann beispielsweise ein hoher Ton auftreten.

Vielleicht kennst du das Gefühl:

Die Umgebung ist plötzlich wieder ruhig, aber im Ohr bleibt ein Pfeifen oder Piepen zurück.

Das sollte nicht einfach als unvermeidbarer Teil eines Konzertbesuchs betrachtet werden.

Lärm kann das Hörsystem schädigen.

Je höher die Lautstärke und je länger die Belastung, desto größer kann das Risiko werden.

Ein vorübergehendes Ohrgeräusch kann wieder verschwinden. Bleibt es bestehen oder ist gleichzeitig das Hörvermögen verändert, sollte es medizinisch abgeklärt werden.

Warum Geräusche im Ohr abends oft stärker auffallen

Viele Betroffene berichten, dass ihr Ohrgeräusch tagsüber vergleichsweise unauffällig ist und am Abend plötzlich deutlich stärker erscheint.

Das kann einen einfachen Grund haben.

Tagsüber konkurriert der Tinnitus mit zahlreichen anderen Geräuschen.

Gespräche.

Straßenverkehr.

Musik.

Haushaltsgeräusche.

Arbeitsplatz.

Am Abend verschwinden viele dieser Reize.

Dadurch tritt das innere Ohrgeräusch stärker in den Vordergrund.

Hinzu kommt häufig die Aufmerksamkeit.

Wer sich ins Bett legt und sofort überprüft, ob der Tinnitus noch da ist, richtet seinen Fokus gezielt auf das Geräusch.

Damit kann es subjektiv noch präsenter werden.

Warum Ohrgeräusche bei Stress stärker wirken können

Stress ist ebenfalls ein häufiger Zusammenhang.

Viele Menschen berichten, dass ihr Pfeifen, Rauschen oder Piepen während belastender Phasen stärker auffällt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Stress die ursprüngliche Ursache des Tinnitus ist.

Stress kann jedoch beeinflussen, wie intensiv ein Ohrgeräusch wahrgenommen wird und wie stark man darauf reagiert.

Besonders problematisch kann ein Kreislauf werden:

Das Geräusch fällt auf.

Es löst Sorge aus.

Die Aufmerksamkeit richtet sich stärker darauf.

Die Anspannung nimmt zu.

Dadurch wird der Tinnitus noch intensiver beobachtet.

Die Belastung steigt.

Deshalb ist bei chronischen Ohrgeräuschen nicht nur die Frage wichtig, woher sie ursprünglich gekommen sind.

Ebenso relevant ist, wie das Gehirn und der Alltag heute darauf reagieren.

Wann sind Geräusche im Ohr ein Grund für eine ärztliche Abklärung?

Regelmäßige oder dauerhaft bestehende Ohrgeräusche sollten medizinisch eingeordnet werden.

Besondere Dringlichkeit besteht, wenn gleichzeitig plötzlich eine deutliche Hörverschlechterung auftritt.

Auch neu auftretende deutliche neurologische Symptome, ausgeprägter akuter Schwindel oder ein Tinnitus nach einer Kopfverletzung sollten rasch beurteilt werden.

Ein dauerhaft pulssynchrones Ohrgeräusch sollte ebenfalls abgeklärt werden.

Bei anhaltendem einseitigem Tinnitus oder einem Ohrgeräusch gemeinsam mit einseitigem beziehungsweise asymmetrischem Hörverlust ist ebenfalls eine fachliche Untersuchung sinnvoll.

Der Zweck dieser Abklärung ist nicht, unnötig Angst zu erzeugen.

Viele Tinnitus-Fälle sind nicht Ausdruck einer gefährlichen Erkrankung.

Es geht darum, behandelbare oder medizinisch relevante Ursachen zu erkennen.

Wie werden Ohrgeräusche untersucht?

Am Anfang steht normalerweise das Gespräch über die Beschwerden.

Welche Art von Geräusch hörst du?

Wann hat es begonnen?

Ist es dauerhaft vorhanden oder kommt und geht es?

Ist nur ein Ohr betroffen?

Hat sich dein Hörvermögen verändert?

Gab es eine starke Lärmbelastung?

Nimmst du bestimmte Medikamente?

Anschließend können die Ohren untersucht und das Hörvermögen überprüft werden.

Je nach Art des Tinnitus und möglichen Begleitsymptomen können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Nicht jeder Tinnitus benötigt dieselbe Diagnostik.

Können Ohrgeräusche wieder verschwinden?

Ja.

Ohrgeräusche können vorübergehend sein.

Ein kurzfristiger Ton kann nach wenigen Sekunden verschwinden. Andere Beschwerden bessern sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Ein Tinnitus kann allerdings auch länger bestehen bleiben.

Wie sich ein individuelles Ohrgeräusch entwickeln wird, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen.

Deshalb sind Versprechen problematisch, nach denen eine einzelne Methode jeden Tinnitus garantiert beseitigen könne.

Gleichzeitig bedeutet ein anhaltendes Ohrgeräusch nicht, dass die aktuelle Belastung unveränderlich bleiben muss.

Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Wann wird aus einem Geräusch im Ohr ein echtes Problem?

Nicht jeder Mensch erlebt Tinnitus gleich.

Manche hören ein Geräusch regelmäßig und empfinden es kaum als störend.

Bei anderen beeinflusst es zunehmend den gesamten Alltag.

Die Aufmerksamkeit richtet sich ständig darauf.

Ruhige Räume werden unangenehm.

Das Einschlafen wird schwieriger.

Die Konzentration leidet.

Vielleicht entsteht sogar Angst vor der nächsten Verschlechterung.

Ab diesem Punkt ist nicht mehr nur entscheidend, welcher Ton im Ohr zu hören ist.

Relevant wird auch, welche Bedeutung das Geräusch bekommen hat und wie stark es Aufmerksamkeit und Verhalten bestimmt.

Was hilft bei anhaltenden Geräuschen im Ohr?

Die Antwort hängt zunächst von der Ursache und der individuellen Situation ab.

Findet sich eine behandelbare körperliche Ursache, steht deren Behandlung im Vordergrund.

Besteht gleichzeitig ein relevanter Hörverlust, können entsprechende Hörhilfen sinnvoll sein.

Bei chronischem Tinnitus, der emotional belastet oder den Alltag beeinträchtigt, können unter anderem psychologische und verhaltenstherapeutische Ansätze helfen, die Belastung zu reduzieren.

Wichtig ist dabei eine realistische Zielsetzung.

Es geht nicht ausschließlich um die Frage:

„Wie bekomme ich dieses Geräusch sofort weg?“

Mindestens ebenso relevant ist:

„Wie schaffe ich es, dass dieses Geräusch nicht mehr meinen gesamten Alltag kontrolliert?“

Diese zweite Frage wird vor allem dann wichtig, wenn medizinisch relevante Ursachen bereits abgeklärt wurden.

Pfeifen, Rauschen oder Piepen: Die Bezeichnung ist nicht das Entscheidende

Menschen suchen häufig sehr gezielt nach ihrem persönlichen Geräusch.

„Piepen im Ohr“.

„Pfeifen im Ohr“.

„Rauschen im Ohr“.

„Ohrensausen“.

Das ist sinnvoll, weil sich einzelne Situationen und Suchintentionen unterscheiden.

Für den langfristigen Umgang mit Tinnitus ist die genaue Klangbeschreibung aber häufig nicht der entscheidende Punkt.

Wichtiger sind Dauer, Begleitsymptome, Hörvermögen, mögliche Ursachen und die Frage, wie stark das Geräusch den Alltag beeinflusst.

Deshalb findest du auf unserer Seite vertiefende Informationen zu den einzelnen Formen:

Rauschen im Ohr erklärt die Besonderheiten von rauschenden Ohrgeräuschen.

Ohrensausen ordnet den häufig verwendeten Sammelbegriff genauer ein.

Piepen im Ohr beschäftigt sich insbesondere mit hohen Pieptönen, möglichen Ursachen und Warnzeichen.

Pfeifen im Ohr erklärt den Unterschied zwischen kurzfristigem Pfeifen und länger bestehendem Tinnitus.

Wenn die Geräusche im Ohr nicht mehr nur ein Geräusch sind

Vielleicht hat deine Suche mit einer einfachen Frage begonnen:

„Warum höre ich dieses Geräusch?“

Irgendwann kommen weitere Fragen hinzu.

Warum wird es abends stärker?

Warum kann ich nicht aufhören, darauf zu achten?

Warum stört es mich an manchen Tagen kaum und an anderen extrem?

Wie soll ich schlafen, wenn ich es ständig höre?

Und wie bekomme ich endlich wieder mehr Ruhe in meinen Alltag?

Dann geht es nicht mehr ausschließlich um Pfeifen, Piepen oder Rauschen.

Es geht darum, welchen Einfluss der Tinnitus inzwischen auf dein Leben bekommen hat.

Nach einer angemessenen medizinischen Abklärung kann deshalb ein strukturierter Umgang mit dem Ohrgeräusch sinnvoll werden.

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